Grün
ist die Farbe, die mich am meisten bewegt. Ihr Anblick erfrischt mich. Sie
öffnet meine Augen weit und wächst in meine Lungen. Grün ist ein Versprechen,
eine Wiedergutmachung nach dunklen Tagen. Grün schmiegen sich die Wälder an den
Rücken des Himmels. Der Körper, vom Grün umfangen, wird unsterblich.
Grün soll das Grab sein, aus dem die Seele leichten Fußes entsteigt.
Gabriele Pflug
Hobbingen 2
Wir versuchen, so gut wie möglich an das Original heranzukommen.
Original aus dem Film: Herr der Ringe
mein herz archiviert deinen duft
dein name haftet
an der zeit
die meine ist
für einen augenblick
archiviert das herz deinen duft
die filigranen linien der hände
das lautlose beben
unter einer alternden haut
die meine ist
für einen augenblick
archiviert das herz deinen duft
die filigranen linien der hände
das lautlose beben
unter einer alternden haut
Gabriele Pflug
nachtskizze
nächte mit stillen monden auf wegsamen gelände.
gedanken wie späte vögel. aus ihrem schattengefieder fallen träume auf mich.
unaufhaltsam schwimmen sterne in meinen augen.
Gabriele Pflug
gedanken wie späte vögel. aus ihrem schattengefieder fallen träume auf mich.
unaufhaltsam schwimmen sterne in meinen augen.
Gabriele Pflug
Steine und Licht
Wir wandern in den Worten über weite Ebenen.
Landschaften aus Licht und Schatten,
in denen der Sommer erwacht.
Und ein Gedicht folgt uns
wie das Blatt aufgehender Sonnen.
Gabriele Pflug
Phrasen
nichts ist es was deine Zunge formt/ deinen Mund aufbricht und deine Lippen streift/ es spricht nicht der Baum
das Feld/ der Stein zu dir/stumm sind sie eingebettet in deine Augen/ untrennbar ist das Wort vom Menschen/
dem Geschwätzigsten aller Individuen/
Gabriele Pflug
Galadriels Spiegel
Tolkiens Herr der Ringe habe ich vor langer Zeit gelesen und das Buch mag ich immer noch sehr.
Besonders die Elben haben es mir angetan. Daher bekam die "Wasserstelle" diesen Namen. Ein Hobbithaus wird noch folgen.
Rund um die Wasserstelle legte ich einen Rundgarten mit verschiedensten Blütenstauden und Kräutern an. Libellenlarven und Teichmolche tummeln sich bereits im Wasser.
Mittlerweile sind die Pflanzen gut angewachsen und die Strohmulche hält die Feuchtigkeit konstant.
Trotzdem warte ich auf Regen.
Kleine Wunder großes Glück
Tagpfauenraupen auf meinen Brennnesseln und ein Segelfalter bei der Paarung.
Entdeckt habe ich diese Schätze in der Wildhecke.
Entdeckt habe ich diese Schätze in der Wildhecke.
neuer garten neuer lebensraum
Nachdem ich vor einem halben Jahr ein neues Stück Land "erwarb", habe ich in einer denkbar ungünstigen Zeit (extreme Hitze und Trockenheit) zu pflanzen begonnen. Vieles ging ein, manches überlebte. Doch der Überlebenswille der Blütenstauden war stark genug. Jeden Tag freue ich mich aufs Neue.
Mein besonderes Anliegen: Ein Biogarten durch und durch muss es werden. Er ist nicht mein erster.
Die Falter, Bienen, Hummeln und alle anderen Tiere haben sich bereits eingelebt.
Auf dem Fenchel habe ich die Raupe des Schwalbenschwanzfalters bereits gesichtet.
Dies hier ist ein Ausschnitt aus einer liegenden Acht. Besonders liebe ich alle Arten von Disteln. Eselsdisteln, die Wilde Karde und die Färberdistel mischen sich unter die Farbenpracht.
Gemulcht wird mit Stroh, damit das wenige Nass gespeichert wird.
Auch wenn im Biostroh der junge Hafer wie wild zu treiben beginnt.
Macht nichts.
Meine Devise ist: Ich bin dem Garten untertan.
zwischen tag und nacht
grün ummantelt
wenn er glück hat
ein zweiter im schmalen spalt
zwischen tag und nacht
wenn das feld silbern wellt
stellt sich mir die frage:
wonach suchst du
dein ganzes leben schon?
und die frage ritzt sich ein
ins steigende licht entfachtes schwätzen
stolpern über runen von geschichten
die niemand erzählt keine zeit
keine zeit jenseits davon
sorglose heiterkeit eine blendung
der kauz hat sein versteck verlassen
ich sichte keine tiere mehr
nur ein raunen weiter hinten
im schutz der sprache
die niemand mehr versteht
die lichtung nun gänzlich verlassen
ich suche was nicht mehr zu finden ist
Gabriele Pflug
ein zweiter im schmalen spalt
zwischen tag und nacht
wenn das feld silbern wellt
stellt sich mir die frage:
wonach suchst du
dein ganzes leben schon?
und die frage ritzt sich ein
ins steigende licht entfachtes schwätzen
stolpern über runen von geschichten
die niemand erzählt keine zeit
keine zeit jenseits davon
sorglose heiterkeit eine blendung
der kauz hat sein versteck verlassen
ich sichte keine tiere mehr
nur ein raunen weiter hinten
im schutz der sprache
die niemand mehr versteht
die lichtung nun gänzlich verlassen
ich suche was nicht mehr zu finden ist
Gabriele Pflug
alle tage
nur feld sein
auen und sümpfe
hohlzahnteppich und lärchenduft
lichtleicht und lufthell
flirren flügel ins gold der luft
steigt und sinkt der tag
ohne schrecken und grün
bis hinter beide ohren ein leben lang
hohlzahnteppich und lärchenduft
lichtleicht und lufthell
flirren flügel ins gold der luft
steigt und sinkt der tag
ohne schrecken und grün
bis hinter beide ohren ein leben lang
Gabriele Pflug
an das schlafende kind
dein atem streift den himmel
in deiner sprache wohnen
seite an seite wolf und mensch
auf blühenden wiesen
in den mulden der wörter
spielen mond und sterne fangen
noch liegt fröhlichkeit
auf deiner lichten Insel
vor anker
in deiner sprache wohnen
seite an seite wolf und mensch
auf blühenden wiesen
in den mulden der wörter
spielen mond und sterne fangen
noch liegt fröhlichkeit
auf deiner lichten Insel
vor anker
Gabriele Pflug
grüne tage
hebt der garten an den atem
schlägt das unterholz wellen. nachts
flüstert der fliederbusch gedichte
für die gehörlosen dieser tage
wuchern viele namen, atemlos
in die hände der gärtner
es ist angebracht, wieder vom hellen
herz zu sprechen in dieser wildnis
sagt es sich leicht: licht und blatt
im windspiel des mondes
meldet das erdreich sich zu wort
schlägt das unterholz wellen. nachts
flüstert der fliederbusch gedichte
für die gehörlosen dieser tage
wuchern viele namen, atemlos
in die hände der gärtner
es ist angebracht, wieder vom hellen
herz zu sprechen in dieser wildnis
sagt es sich leicht: licht und blatt
im windspiel des mondes
meldet das erdreich sich zu wort
Gabriele Pflug
heimweh
nach meinem dorf
nach dem herzgebinde alter frauen
wenn sie von tanzabenden erzählten
von ihren bauschigen seidenkleidern
und den haarnadeln mit perlmuttknöpfen
wochentags in kittelschürzen gehüllt
bliesen sie durch die zähne und wiesen
ihren männern den weg zu den kühen
mit dem rechen über der schulter
gingen sie aufrecht und lachten
wenn die rüben gelb aus der erde ragten
einmal nahm meine großmutter mich mit
aufs feld wo sie rasteten most tranken
und mit geröteten wangen
von ihren liebhabern flüsterten
deren köpfe in sternübersäten nächten
manchmal im fenstergitter hängen blieben
nach dem herzgebinde alter frauen
wenn sie von tanzabenden erzählten
von ihren bauschigen seidenkleidern
und den haarnadeln mit perlmuttknöpfen
wochentags in kittelschürzen gehüllt
bliesen sie durch die zähne und wiesen
ihren männern den weg zu den kühen
mit dem rechen über der schulter
gingen sie aufrecht und lachten
wenn die rüben gelb aus der erde ragten
einmal nahm meine großmutter mich mit
aufs feld wo sie rasteten most tranken
und mit geröteten wangen
von ihren liebhabern flüsterten
deren köpfe in sternübersäten nächten
manchmal im fenstergitter hängen blieben
Gabriele Pflug
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