meere fluten und sonnen
benetzen die landschaft
cezanne steigt übers gebirge
und spricht zu seinen farben
Gabriele Pflug
wenn der herbst
blumen binden lässt
zu einem bouquet
mit ein wenig himmel
grau beschleift
und der erde grußlos
zu füßen legt
erfindet sich ein gedicht
ins dunkel, wurzeltief
Gabriele Pflug
zu einem bouquet
mit ein wenig himmel
grau beschleift
und der erde grußlos
zu füßen legt
erfindet sich ein gedicht
ins dunkel, wurzeltief
Gabriele Pflug
für meine mutter
leg fleisch aus
für die füchse
in einer versunkenen welt,
in dem wald, der immer jung
in deinen augen grünt
wenn du den innenhof deines lebens
mit langen schritten abzählst
schau nicht auf die uhr
ihre zeiger verweisen nur
auf vergangenen schmerz
der nächste schneesturm wird
die begrenzungsmauern verwehen
und heller wird die sicht
auf dich
Gabriele Pflug
in einer versunkenen welt,
in dem wald, der immer jung
in deinen augen grünt
wenn du den innenhof deines lebens
mit langen schritten abzählst
schau nicht auf die uhr
ihre zeiger verweisen nur
auf vergangenen schmerz
der nächste schneesturm wird
die begrenzungsmauern verwehen
und heller wird die sicht
auf dich
herbst
auf dem küchentisch liegengebliebene
reiskörner, ihre blässe
lässt dich an den kommenden winter denken
an den tod, der durch die bäume streift
für unbestimmte zeit
bleibt der pass in deinem besitz
auf den feldern der geruch von rehen
ihre abgehetzten laute
zitternde luft zwischen den halmen
du isst knoblauch
doch der teufel steckt fest
müde magst du nicht mehr
nachdenken über abgründe
das glück kann sich erträumen
wer daran glaubt, versprechen rezepte
ohne rücksicht auf wirklichkeiten
die schatten in den ecken
singen mit dünnen stimmen
du hörst sie auch, wenn sie schweigen
der pförtner der dunkelheit heißt herbst
noch ist nicht aller tage abend
viel grau und grobes licht auf dem flur
wann hast du das letzte mal geträumt?
Gabriele Pflug
reiskörner, ihre blässe
lässt dich an den kommenden winter denken
an den tod, der durch die bäume streift
für unbestimmte zeit
bleibt der pass in deinem besitz
auf den feldern der geruch von rehen
ihre abgehetzten laute
zitternde luft zwischen den halmen
du isst knoblauch
doch der teufel steckt fest
müde magst du nicht mehr
nachdenken über abgründe
das glück kann sich erträumen
wer daran glaubt, versprechen rezepte
ohne rücksicht auf wirklichkeiten
die schatten in den ecken
singen mit dünnen stimmen
du hörst sie auch, wenn sie schweigen
der pförtner der dunkelheit heißt herbst
noch ist nicht aller tage abend
viel grau und grobes licht auf dem flur
wann hast du das letzte mal geträumt?
Gabriele Pflug
totenlied für den wald
für jeden gefallenen
macht der wald ein kreuz
und weicht einen schritt zurück
dieser herrliche herbst hungert
nach land nach beton
behelmte erobern einen hügel
nach dem anderen die südflanke
wird nicht mehr lange halten
unverzüglich schreiten
die sägen voran
macht der wald ein kreuz
und weicht einen schritt zurück
dieser herrliche herbst hungert
nach land nach beton
behelmte erobern einen hügel
nach dem anderen die südflanke
wird nicht mehr lange halten
unverzüglich schreiten
die sägen voran
Gabriele Pflug
von all den sommern
von all den sommern
gibt es einen der trug reichlich
frucht und worte zwischen uns
blieben nur gegen mittag
schwüre gänzlich aus
in der stille roch es
nach feuchtem moos
und haut sprach von erschöpfung
wenn regen die hitze gelöscht
blieben die bäume
in ihrer wärme noch
lange hingen die äpfel
und reiften stück für stück
gibt es einen der trug reichlich
frucht und worte zwischen uns
blieben nur gegen mittag
schwüre gänzlich aus
in der stille roch es
nach feuchtem moos
und haut sprach von erschöpfung
wenn regen die hitze gelöscht
blieben die bäume
in ihrer wärme noch
lange hingen die äpfel
und reiften stück für stück
Gabriele Pflug
im herbstgarten
steigt die sonne spät
in den tag reifendes blau
sickert durch sträucher
fülle und kommende leere
im herbst sinkt der garten
in sich in den eigenen atem
fern eines himmels
voll licht
Gabriele Pflug
in den tag reifendes blau
sickert durch sträucher
fülle und kommende leere
im herbst sinkt der garten
in sich in den eigenen atem
fern eines himmels
voll licht
Gabriele Pflug
die sonnenuhren sind stehen geblieben
ausgesommerte wege
die hellen samen der steine
haben letzte wärme in die nacht gestreut
deine stimme führt nicht
über das leise wort des abschieds hinaus
sie bleibt dem haus des winters treu
jeder weitere mond verliert an licht
es ist, als würden all die jahre
ihre kreise nach innen ziehen
du hungerst und frierst
und auch der wind wird
deine träume nicht mehr entfachen
die sonnenuhren sind stehen geblieben
die hellen samen der steine
haben letzte wärme in die nacht gestreut
deine stimme führt nicht
über das leise wort des abschieds hinaus
sie bleibt dem haus des winters treu
jeder weitere mond verliert an licht
es ist, als würden all die jahre
ihre kreise nach innen ziehen
du hungerst und frierst
und auch der wind wird
deine träume nicht mehr entfachen
die sonnenuhren sind stehen geblieben
Gabriele Pflug
in memoriam
für Markus (1959-2016)
und ein schlaf
wuchs dir ans herz
ein letzter, tiefer
verzweigten die bäume sich
stille strich über die felder
und eine späte lichtsaat ging auf
kein himmel stürzte ein
als du alle stufen
auf einmal nahmst
Gabriele Pflug
wuchs dir ans herz
ein letzter, tiefer
verzweigten die bäume sich
stille strich über die felder
und eine späte lichtsaat ging auf
kein himmel stürzte ein
als du alle stufen
auf einmal nahmst
Gabriele Pflug
gehen IV
mir grünt ein gedanke
in den sich verästelnden tag
eine in die wiesen geschriebene
fata morgana eines ewigen sommers
später,
wenn alle hügel das blau einläuten
werde ich mir ein herz nehmen
und das unsichere tal
verlassen
in den sich verästelnden tag
eine in die wiesen geschriebene
fata morgana eines ewigen sommers
später,
wenn alle hügel das blau einläuten
werde ich mir ein herz nehmen
und das unsichere tal
verlassen
der stand der dinge
ein vom regen
hinterlassenes grün
in teichen, pfützen, pflanzen
stimmen, innerster singsang
im versunkenen gras
vereinzelte hufabdrücke
von sommerpferden, wildlaunig
ihr haar und versprengte herzschläge
der wald ist heute ohne vorhang
weite sicht in richtung mittag
luftleicht leben
im rhythmus des lidschlags
überweist der himmel sein blau
an gebrochenen herzen
Gabriele Pflug
hinterlassenes grün
in teichen, pfützen, pflanzen
stimmen, innerster singsang
im versunkenen gras
vereinzelte hufabdrücke
von sommerpferden, wildlaunig
ihr haar und versprengte herzschläge
der wald ist heute ohne vorhang
weite sicht in richtung mittag
luftleicht leben
im rhythmus des lidschlags
überweist der himmel sein blau
an gebrochenen herzen
gehen III
eines tages wirst du
mehr und mehr anker lichten
durch deine finger wird
licht flirren der wind
dich von den küsten
immer weiter lösen
und das wort himmel
wird vor dir ins meer fallen
mehr und mehr anker lichten
durch deine finger wird
licht flirren der wind
dich von den küsten
immer weiter lösen
und das wort himmel
wird vor dir ins meer fallen
Gabriele Pflug
kindheit
kindheit:
wälder und flussgrün
über den feldern
aufgefädelte sonnenstunden
unter der sense der ton
des fallenden grases
brotzeit und erdäpfelkraut
schon früh treten
die toten in sein leben
bleiben bei tisch
mit freundlichem blick aufs kind
es rückt den stuhl näher
und weiß ihren schutz
in den nächten
wenn die sterne fallen
wenn die toten den zeigefinger
zum mund führen
und die stille ankündigen
beginnen sie zu tanzen
mit offenem haar
es gibt keine räume mehr
nur helle weiten
von wind umzäunt
Gabriele Pflug
wälder und flussgrün
über den feldern
aufgefädelte sonnenstunden
unter der sense der ton
des fallenden grases
brotzeit und erdäpfelkraut
schon früh treten
die toten in sein leben
bleiben bei tisch
mit freundlichem blick aufs kind
es rückt den stuhl näher
und weiß ihren schutz
in den nächten
wenn die sterne fallen
wenn die toten den zeigefinger
zum mund führen
und die stille ankündigen
beginnen sie zu tanzen
mit offenem haar
es gibt keine räume mehr
nur helle weiten
von wind umzäunt
Gabriele Pflug
nicht viel
vielleicht eine lichtung
inmitten abgedunkelter räume
einen unverstellten blick
auf die taumelnde zeit
vielleicht ein gedicht, gewachsen
aus dem mangel an worten
Gabriele Pflug
inmitten abgedunkelter räume
einen unverstellten blick
auf die taumelnde zeit
vielleicht ein gedicht, gewachsen
aus dem mangel an worten
eines morgens
hat es sich ausgeträumt
das bittere des kaffees
ist wirklichkeit geworden
die welt
ist ins gedicht gestiegen
hat sessel
und tische umgeworfen
und das brot
hart gemacht
bücher wurden
von den stellagen gefegt
die seiten herausgerissen
wie abgestorbene flügel
liegen sie im staub
die liebe räumt
nicht mehr auf
sie hat sich
aus den zeilen gestohlen
und ist bereits
auf der flucht
Gabriele Pflug
das bittere des kaffees
ist wirklichkeit geworden
die welt
ist ins gedicht gestiegen
hat sessel
und tische umgeworfen
und das brot
hart gemacht
bücher wurden
von den stellagen gefegt
die seiten herausgerissen
wie abgestorbene flügel
liegen sie im staub
die liebe räumt
nicht mehr auf
sie hat sich
aus den zeilen gestohlen
und ist bereits
auf der flucht
Gabriele Pflug
gehen II
angedachte
weiten: breit gewürfelte weizenfelder
manchem wächst der schwarze schlaf des mutterkorns
niemandes mund mehr den deinen nennen
nur noch umrisse von sätzen anderer
vorwurfsworte, blass und bleiche
bruchstücke eines vermeintlich ganzen
etwas zittert, fern
ein licht wie glas
leises klirren von wind in den halmen
Gabriele Pflug
manchem wächst der schwarze schlaf des mutterkorns
niemandes mund mehr den deinen nennen
nur noch umrisse von sätzen anderer
vorwurfsworte, blass und bleiche
bruchstücke eines vermeintlich ganzen
etwas zittert, fern
ein licht wie glas
leises klirren von wind in den halmen
gehen I
lied des hohen
sommers
von den feldern her
simmern die kerne des weizens
aus den bäumen
fällt das echo der störche
und in bienenstöcken
werden sonnen gewebt
du wirst das haus deines freundes
nicht mehr betreten
der staub des himmels
wird in die poren dringen
in deine augen
die zu tränen gerührt
von den feldern her
simmern die kerne des weizens
aus den bäumen
fällt das echo der störche
und in bienenstöcken
werden sonnen gewebt
du wirst das haus deines freundes
nicht mehr betreten
der staub des himmels
wird in die poren dringen
in deine augen
die zu tränen gerührt
stille
wie das blatt sich neigt
als auch der mensch
dem abend zu, dem erdhauch
ins beharrliche schweigen
aus lichtbrüchen und tiefen atemzügen
in denen der tag immer mehr
seine stimme verliert
als auch der mensch
dem abend zu, dem erdhauch
ins beharrliche schweigen
aus lichtbrüchen und tiefen atemzügen
in denen der tag immer mehr
seine stimme verliert
gabriele pflug
während ich hier sitze und schreibe
fällt kretischer wind ein
salzgeruch aus geschichteten erinnerungen
würzt blauen hochsommer
über kuppen jagen ginsterhorden
ich glaubte zu wissen
es stehe sich schwindelfrei
auf der höhe des lebens
vor meinen füßen das meer
und alle antworten schwammen
im braunen auge des metaxas
indes zikadengesang
den himmel verbrannte
und während ich hier sitze und schreibe
wachsen birkenarme um mein haus
setzt das jahr seine zeit auf halbmast
kehren abends die bleichen namen heim
und ich teile mit ihnen teller und stuhl
Mit diesem Gedicht verabschiede ich mich in eine vorgezogene Sommerpause.
Sehr herzlich möchte ich mich bei allen Leserinnen und Lesern bedanken. Es tut gut, zu wissen, dass meine Gedichte mit viel Respekt und Freude gelesen werden.
Dafür gilt mein ganz besonderer Dank!
Gabriele Pflug
salzgeruch aus geschichteten erinnerungen
würzt blauen hochsommer
über kuppen jagen ginsterhorden
ich glaubte zu wissen
es stehe sich schwindelfrei
auf der höhe des lebens
vor meinen füßen das meer
und alle antworten schwammen
im braunen auge des metaxas
indes zikadengesang
den himmel verbrannte
und während ich hier sitze und schreibe
wachsen birkenarme um mein haus
setzt das jahr seine zeit auf halbmast
kehren abends die bleichen namen heim
und ich teile mit ihnen teller und stuhl
Mit diesem Gedicht verabschiede ich mich in eine vorgezogene Sommerpause.
Sehr herzlich möchte ich mich bei allen Leserinnen und Lesern bedanken. Es tut gut, zu wissen, dass meine Gedichte mit viel Respekt und Freude gelesen werden.
Dafür gilt mein ganz besonderer Dank!
Gabriele Pflug
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