Galadriels Spiegel




Tolkiens Herr der Ringe habe ich vor langer Zeit gelesen und das Buch mag ich immer noch sehr.
Besonders die Elben haben es mir angetan. Daher bekam die "Wasserstelle" diesen Namen. Ein Hobbithaus wird noch folgen.
Rund um die Wasserstelle legte ich einen Rundgarten mit verschiedensten Blütenstauden und Kräutern an. Libellenlarven und Teichmolche tummeln sich bereits im Wasser.
Mittlerweile sind die Pflanzen gut angewachsen und die Strohmulche hält die Feuchtigkeit konstant.
Trotzdem warte ich auf Regen.

Kleine Wunder großes Glück

 
 
Tagpfauenraupen auf meinen Brennnesseln und ein Segelfalter bei der Paarung.
Entdeckt habe ich diese Schätze in der Wildhecke.

neuer garten neuer lebensraum


Nachdem ich vor einem halben Jahr ein neues Stück Land "erwarb", habe ich in einer denkbar ungünstigen Zeit (extreme Hitze und Trockenheit) zu pflanzen begonnen. Vieles ging ein, manches überlebte. Doch der Überlebenswille der Blütenstauden war stark genug. Jeden Tag freue ich mich aufs Neue.
Mein besonderes Anliegen: Ein Biogarten durch und durch muss es werden. Er ist nicht mein erster.
Die Falter, Bienen, Hummeln und alle anderen Tiere haben sich bereits eingelebt.
Auf dem Fenchel habe ich die Raupe des Schwalbenschwanzfalters bereits gesichtet.
Dies hier ist ein Ausschnitt aus einer liegenden Acht. Besonders liebe ich alle Arten von Disteln. Eselsdisteln, die Wilde Karde und die Färberdistel mischen sich unter die Farbenpracht.
Gemulcht wird mit Stroh, damit das wenige Nass gespeichert wird.
Auch wenn im Biostroh der junge Hafer wie wild zu treiben beginnt.
Macht nichts.
Meine Devise ist: Ich bin dem Garten untertan.

zwischen tag und nacht


 
zur nachtzeit schreit ein kauz
grün ummantelt wenn er glück hat
ein zweiter im schmalen spalt

zwischen tag und nacht
wenn das feld silbern wellt
stellt sich mir die frage:

wonach suchst du
dein ganzes leben schon?
und die frage ritzt sich ein

ins steigende licht entfachtes schwätzen
stolpern über runen von geschichten
die niemand erzählt keine zeit

keine zeit jenseits davon
sorglose heiterkeit eine blendung
der kauz hat sein versteck verlassen

ich sichte keine tiere mehr
nur ein raunen weiter hinten
im schutz der sprache

die niemand mehr versteht
die lichtung nun gänzlich verlassen
ich suche was nicht mehr zu finden ist

Gabriele Pflug

alle tage


nur feld sein auen und sümpfe
hohlzahnteppich und lärchenduft
lichtleicht und lufthell
flirren flügel ins gold der luft
steigt und sinkt der tag
ohne schrecken und grün
bis hinter beide ohren ein leben lang
 
Gabriele Pflug

an das schlafende kind


dein atem streift den himmel
in deiner sprache wohnen
seite an seite wolf und mensch
auf blühenden wiesen
in den mulden der wörter
spielen mond und sterne fangen
noch liegt fröhlichkeit
auf deiner lichten Insel
vor anker

Gabriele Pflug

grüne tage


hebt der garten an den atem
schlägt das unterholz wellen. nachts

flüstert der fliederbusch gedichte
für die gehörlosen dieser tage

wuchern viele namen, atemlos
in die hände der gärtner

es ist angebracht, wieder vom hellen
herz zu sprechen in dieser wildnis

sagt es sich leicht: licht und blatt
im windspiel des mondes

meldet das erdreich sich zu wort
 
Gabriele Pflug

heimweh


nach meinem dorf
nach dem herzgebinde alter frauen
wenn sie von tanzabenden erzählten
von ihren bauschigen seidenkleidern
und den haarnadeln mit perlmuttknöpfen
wochentags in kittelschürzen gehüllt
bliesen sie durch die zähne und wiesen
ihren männern den weg zu den kühen
mit dem rechen über der schulter
gingen sie aufrecht und lachten
wenn die rüben gelb aus der erde ragten

einmal nahm meine großmutter mich mit
aufs feld wo sie rasteten most tranken
und mit geröteten wangen
von ihren liebhabern flüsterten
deren köpfe in sternübersäten nächten
manchmal im fenstergitter hängen blieben

Gabriele Pflug

fragment

wie viel himmel
wohnt in den schwingen
eines vogels

Gabriele Pflug

einsam


kein singen und wiegen der zweige
denn die wälder sind leer

nur ein vogel wartet
in der kadenz der stille

Nach einem schmerzhaften Spaziergang durch die Mondlandschaft eines geschlägerten  Waldes.
Gabriele Pflug